Wodka-Kauf mit 17 war nicht schwierig
(19.12.11, 09:51 Uhr) Lingen. Mit einer Flasche hochprozentigem „Wacholder“ in der Hand läuft der erst 17-jährige Markus D. vor einem kleinen Supermarkt direkt in die Arme von Jugendamt und Polizei – und das mit voller Absicht. Der Osnabrücker Polizeischüler ist in Lingen als „Testkäufer“ unterwegs.
Nur wenige Augenblicke später betritt Frank Wesendrup, bei der Stadt Lingen für den Jugendschutz zuständig, in Begleitung von Polizeibeamten das Geschäft in einem Lingener Ortsteil und stellt die Verkäuferin zur Rede. Die Frau wirkt ein wenig verzweifelt. „Der sah doch aus wie Mitte zwanzig“, versichert sie, in Zweifelsfällen immer auf den Ausweis zu schauen. Für Wesendrup wirkt die Aussage glaubwürdig. Trotzdem wird die Verkäuferin demnächst Post vom Ordnungsamt der Stadt Lingen bekommen. „Bei einem Erstverstoß drohen Ihnen jetzt etwa 100 Euro Bußgeld“, erklärt der Lingener Jugendschützer der Mitarbeiterin des kleinen Supermarktes.
Dabei geht es Wesendrup nicht darum, möglichst viele schwarze Schafe zu erwischen. „Wir wollen das Kassenpersonal darin bestärken, lieber einmal zu viel als zu wenig nach dem Ausweis zu fragen“, so Wesendrup. Und deshalb unterbreitet er der Verkäuferin auch ein Angebot: „Wenn Sie an einer Schulung der Caritas für Verkaufspersonal zum Thema Jugendschutz teilnehmen, könnte das Bußgeld geringer ausfallen.“
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Foto: Wilfried Roggendorf
Hand auf's Herz - Wie gut kontrollieren die Geschäfte bei Euch in der Umgebung? Wird bei Euch im Ort harter Alkohol an Jugendliche unter 18 verkauft?